Franchise gründen: Erfolgreich selbstständig machen

Franchise gründen: System finden, Kosten und Finanzierung planen und erfolgreich selbstständig machen
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Du möchtest dich selbstständig machen, aber nicht bei null anfangen? Dann kann die Gründung mit einem Franchise eine interessante Alternative zur komplett eigenen Geschäftsidee sein. Als Franchisenehmer nutzt du ein bereits entwickeltes Geschäftsmodell, eine bestehende Marke und erprobte Prozesse – führst dein Unternehmen aber selbstständig und auf eigene Rechnung.

Dabei ist Franchise längst nicht nur Fast Food. Auf FranchiseCHECK finden sich Geschäftsmodelle aus Gastronomie, Fitness, Dienstleistungen, Seniorenbetreuung, Handwerk, Mobilität, Handel und vielen weiteren Branchen. Auch der Kapitalbedarf unterscheidet sich erheblich: Während manche Konzepte mit vergleichsweise wenig Eigenkapital gestartet werden können, verlangen große Systeme Investitionen im sechsstelligen Bereich.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du ein Franchise gründest, welche Kosten entstehen, wie die Finanzierung funktioniert und woran du ein passendes Franchisesystem erkennst. Außerdem stellen wir verschiedene Franchise-Beispiele aus unterschiedlichen Branchen vor.

Was bedeutet es, ein Franchise zu gründen?

Beim Franchising übernimmt ein selbstständiger Unternehmer – der Franchisenehmer – ein bereits entwickeltes Geschäftskonzept eines Franchisegebers.

Du entwickelst also nicht jede Idee, jeden Prozess und jede Marketingstrategie selbst. Stattdessen erhältst du je nach System beispielsweise:

  • eine etablierte Marke,
  • ein erprobtes Geschäftsmodell,
  • Schulungen und Einarbeitung,
  • Marketingkonzepte,
  • Einkaufsvorteile,
  • Software und digitale Tools,
  • Unterstützung bei Standort und Finanzierung,
  • betriebliche Prozesse und Handbücher,
  • laufende Beratung und Erfahrungsaustausch.

Dafür fallen bei klassischen Franchisesystemen häufig eine einmalige Einstiegsgebühr sowie laufende Franchise-, Lizenz- oder Marketinggebühren an.

Wichtig ist trotzdem: Als Franchisenehmer bist du selbstständiger Unternehmer. Du trägst die wirtschaftliche Verantwortung für deinen Betrieb. Auch ein bekanntes Franchisesystem kann unternehmerische Risiken nicht vollständig beseitigen.

Die KfW beschreibt Franchising entsprechend als Möglichkeit, ein bestehendes Geschäftskonzept zu nutzen und trotzdem selbstständiger Unternehmer zu bleiben. In Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Franchiseverbands rund 890 Franchisesysteme aktiv. 2024 arbeiteten etwa 148.577 Franchisepartner in der deutschen Franchisewirtschaft; gemeinsam erzielte die Branche einen Umsatz von rund 149,2 Milliarden Euro.

Warum mit Franchise selbstständig machen?

Eine klassische Existenzgründung beginnt häufig mit einer Idee und sehr vielen offenen Fragen:

Was verkaufe ich? Wer ist meine Zielgruppe? Wie positioniere ich mich? Wie gestalte ich meinen Standort? Welche Preise funktionieren? Wie gewinne ich Kunden? Welche Software brauche ich? Wie organisiere ich meine Abläufe?

Beim Franchise wurde ein großer Teil dieser Arbeit bereits geleistet.

Das kann einen entscheidenden Unterschied machen.

Eigene Gründung Franchise-Gründung
Eigene Geschäftsidee entwickeln Bestehendes Geschäftskonzept übernehmen
Eigene Marke aufbauen Bestehende Marke nutzen
Prozesse selbst entwickeln Erprobte Prozesse übernehmen
Marketing selbst aufbauen Häufig zentrale Marketingunterstützung
Lieferanten selbst suchen Teilweise zentrale Einkaufskonditionen
Erfahrungen selbst sammeln Erfahrungen des Netzwerks nutzen
Maximale Gestaltungsfreiheit Vorgaben des Systems beachten
Keine Franchisegebühren Je nach System Einstiegs- und laufende Gebühren

Franchise eignet sich deshalb besonders für Gründer, die unternehmerisch tätig sein möchten, aber gerne mit einem bestehenden Konzept und einem erfahrenen Partner starten.

Franchise gründen: So läuft die Gründung ab

Eine Franchise-Gründung sollte nicht mit der Unterschrift unter einem Vertrag beginnen. Vorher gilt es, das Geschäftsmodell und vor allem die eigenen Voraussetzungen gründlich zu prüfen.

1. Eigene Ziele festlegen

Bevor du nach einem Franchisesystem suchst, solltest du dir überlegen, welche Art von Unternehmen du überhaupt führen möchtest.

Frage dich unter anderem:

  • Möchte ich selbst im Tagesgeschäft arbeiten?
  • Möchte ich Mitarbeiter führen?
  • Suche ich ein stationäres oder mobiles Geschäftsmodell?
  • Möchte ich im B2C- oder B2B-Bereich arbeiten?
  • Welche Branchen interessieren mich?
  • Welche Erfahrungen bringe ich mit?
  • Wie viel Eigenkapital kann ich investieren?
  • Wie hoch darf meine Gesamtinvestition sein?
  • Möchte ich einen Standort oder später mehrere Betriebe führen?

Je klarer diese Fragen beantwortet sind, desto gezielter kannst du passende Franchise Ideen vergleichen.

2. Das passende Franchisesystem finden

Allein in Deutschland gibt es Hunderte unterschiedliche Systeme. Entsprechend groß ist die Auswahl.

Auf FranchiseCHECK kannst du Franchisesysteme unter anderem nach Branche und verfügbarem Eigenkapital filtern.

Passende Systeme im Franchise Power-Finder suchen

Du kannst dir alternativ zunächst einen Überblick verschaffen:

Alle Franchise Unternehmen ansehen

Achte bei deiner Auswahl nicht nur darauf, ob dir die Marke gefällt. Entscheidend ist, ob das Geschäftsmodell zu deinen Fähigkeiten, deinen finanziellen Möglichkeiten und deinem gewünschten Arbeitsalltag passt.

3. Franchisegeber kennenlernen

Hast du interessante Systeme gefunden, kannst du Informationsmaterial anfordern und den Franchisegeber kontaktieren.

Jetzt beginnt die eigentliche Prüfung.

Interessant sind beispielsweise folgende Fragen:

  • Wie lange existiert das System?
  • Wie viele Franchisepartner gibt es?
  • Wie viele Partner haben das System wieder verlassen?
  • Welche Leistungen erhalte ich für meine Gebühren?
  • Wie hoch ist die Gesamtinvestition?
  • Wie viel Eigenkapital wird vorausgesetzt?
  • Welche laufenden Gebühren entstehen?
  • Gibt es Gebietsschutz?
  • Wer entscheidet über den Standort?
  • Welche Schulungen bekomme ich?
  • Wie erfolgt die Unterstützung nach der Eröffnung?
  • Welche Marketingmaßnahmen übernimmt die Zentrale?
  • Welche Pflichten habe ich als Franchisenehmer?
  • Wie lange läuft der Franchisevertrag?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, den Betrieb später zu verkaufen?

Ein seriöser Franchisegeber sollte wichtige wirtschaftliche und organisatorische Fragen nachvollziehbar beantworten können. Bei der Vertragsanbahnung spielen außerdem vorvertragliche Informationspflichten eine wichtige Rolle.

4. Kosten und Eigenkapital berechnen

Eine der häufigsten Fragen lautet:

Wie viel kostet es, ein Franchise zu gründen?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Je nach Geschäftsmodell kann der Kapitalbedarf von wenigen Tausend Euro bis zu mehreren Hunderttausend Euro reichen.

Typische Kosten sind:

Kostenart Bedeutung
Eigenkapital Kapital, das du selbst in die Gründung einbringst
Einstiegsgebühr Einmalige Gebühr für den Eintritt in das System
Investitionen Einrichtung, Fahrzeuge, Maschinen, Technik, Umbau etc.
Franchise-/Lizenzgebühr Regelmäßige Zahlung an den Systemgeber
Marketinggebühr Beteiligung an zentralen Marketingmaßnahmen
Miete/Kaution Bei stationären Konzepten häufig ein großer Kostenblock
Warenbestand Erstausstattung bzw. erstes Warenlager
Personalkosten Löhne und Gehälter vor und nach der Eröffnung
Liquiditätsreserve Kapital für die ersten Monate des Betriebs
Beratungskosten Beispielsweise Steuerberatung oder Vertragsprüfung

Schau deshalb niemals nur auf die Einstiegsgebühr. Entscheidend ist immer die Gesamtinvestition inklusive ausreichender Liquiditätsreserve.

Franchise Beispiele: So unterschiedlich kann eine Gründung sein

Wie groß die Unterschiede zwischen Geschäftsmodellen sind, zeigen bereits einige Systeme auf FranchiseCHECK.

Die folgenden Zahlen entsprechen den Angaben in den jeweiligen Systemprofilen zum Zeitpunkt unserer Recherche im August 2026. Konditionen können sich ändern und sollten vor einer konkreten Gründungsentscheidung immer direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.

Beispiel Branche/Modell Eigenkapital Einstiegsgebühr Lizenzgebühr
BLOOMEST SB-Waschsalon 40.000 € 0 %
Bosch Car Service Kfz/Werkstatt 25.000 € 265 €*
McDonald’s Systemgastronomie ab 350.000 € 46.000 € 5 %
Triumph Liftpartner Treppenlifte 15.000 € 8.500 € 4,5 %
HEINZELMÄNNCHEN Seniorenbetreuung 12.900–29.000 € 12.900 € 5 %
Mrs.Sporty Fitness ab 15.000 € 17.900 € 10 %

*Die Systemdarstellung nennt eine Lizenzgebühr von 265 Euro; Details zur Abrechnungsperiode sollten direkt beim Anbieter geprüft werden.

BLOOMEST: Selbstständig mit einem SB-Waschsalon

BLOOMEST zeigt, dass sich Selbstständigkeit nicht zwangsläufig um ein personalintensives Ladenlokal drehen muss. Das Konzept setzt auf moderne Self-Service-Wäschereien mit Miele-Technologie, digitaler Steuerung und einem weitgehend automatisierten Betrieb.

Auf FranchiseCHECK wird ein Eigenkapitalbedarf von 40.000 Euro ausgewiesen. Eine klassische prozentuale Lizenzgebühr wird dort mit 0 Prozent angegeben. Der Anbieter beschreibt das Modell selbst als franchise-ähnliches System und nicht als klassisches Franchise.

Das Beispiel ist interessant für Gründer, die ein stationäres, aber vergleichsweise stark automatisierbares Geschäftsmodell suchen.

BLOOMEST SB-Waschsalon auf FranchiseCHECK ansehen

Bosch Car Service: Selbstständig im Kfz-Bereich

Ein völlig anderes Modell bietet Bosch Car Service.

Hier steht der Kfz-Service im Mittelpunkt. Das Konzept richtet sich insbesondere an Werkstattunternehmer, die von der Marke Bosch, Schulungen, Marketing, technischer Unterstützung und einem großen Netzwerk profitieren möchten.

Auf FranchiseCHECK werden aktuell 25.000 Euro benötigtes Eigenkapital und 950 Betriebe in Deutschland genannt. Das System stellt außerdem konkrete Anforderungen an Werkstatt, Mitarbeiter und technische Ausstattung.

Bosch Car Service ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass Franchise- und Partnersysteme nicht nur Möglichkeiten für komplette Neugründer bieten, sondern auch für bestehende Unternehmer interessant sein können.

Bosch Car Service auf FranchiseCHECK ansehen

McDonald’s: Franchise mit einer weltweit bekannten Marke

Wenn Menschen an Franchise denken, fällt häufig schnell der Name McDonald’s.

Das System zeigt gleichzeitig, dass die finanziellen Voraussetzungen zwischen einzelnen Franchise Unternehmen enorm auseinanderliegen können.

Das FranchiseCHECK-Profil nennt derzeit:

  • ab 350.000 Euro Eigenkapital
  • 46.000 Euro Einstiegsgebühr
  • 5 Prozent Lizenzgebühr
  • rund 1.430 Betriebe in Deutschland

McDonald’s setzt auf eine sehr bekannte Marke, standardisierte Prozesse, Schulungen, zentralen Einkauf und umfangreiche Unterstützung. Gleichzeitig handelt es sich um ein kapital- und managementintensives Geschäftsmodell.

Dieses Beispiel macht deutlich: Eine bekannte Marke kann attraktiv sein – entscheidend bleibt aber, ob die finanziellen und persönlichen Voraussetzungen zum jeweiligen System passen.

McDonald’s Franchise auf FranchiseCHECK ansehen

Triumph Liftpartner: Franchise im Treppenliftmarkt

Franchise findet man ebenfalls in spezialisierten Dienstleistungs- und Technikmärkten.

Triumph Liftpartner ermöglicht den Aufbau eines regionalen Unternehmens rund um Treppenlifte und barrierefreie Wohnlösungen. Das Konzept kombiniert Vertrieb, Beratung und technische Leistungen mit Schulungen und Unterstützung durch das System.

Aktuell nennt das FranchiseCHECK-Profil einen Eigenkapitalbedarf von 15.000 Euro, eine Einstiegsgebühr von 8.500 Euro und eine Lizenzgebühr von 4,5 Prozent.

Das Beispiel zeigt besonders gut, dass eine Franchise-Gründung auch in einem spezialisierten Nischenmarkt möglich ist.

Triumph Liftpartner auf FranchiseCHECK ansehen

HEINZELMÄNNCHEN: Selbstständig in der Seniorenbetreuung

Der demografische Wandel eröffnet auch neue Geschäftsmodelle im Bereich Betreuung und Unterstützung im Alltag.

HEINZELMÄNNCHEN bietet ein Konzept für einen eigenen Betreuungsdienst. Dabei geht es nach Angaben des Systems um Betreuung und Alltagshilfe, nicht um medizinische Pflege. Eine Pflegeausbildung wird für den Einstieg nicht vorausgesetzt.

Das Systemprofil nennt aktuell:

  • 12.900 bis 29.000 Euro Eigenkapital
  • 12.900 Euro Einstiegsgebühr
  • 5 Prozent Lizenzgebühr

Das Konzept ist laut System nach § 45a SGB XI anerkannt und ermöglicht die Abrechnung entsprechender Betreuungsleistungen mit Pflegekassen.

Damit steht HEINZELMÄNNCHEN beispielhaft für Franchise-Geschäftsideen aus dem sozialen und demografisch geprägten Dienstleistungsbereich.

HEINZELMÄNNCHEN Franchise auf FranchiseCHECK ansehen

Mrs.Sporty: Mit einem Fitnessstudio selbstständig machen

Auch die Fitnessbranche ist seit vielen Jahren im Franchising vertreten.

Mrs.Sporty konzentriert sich auf Frauenfitness und verbindet das Studiokonzept mit standardisierten Prozessen, Marketing, Schulungen und Unterstützung bei Standort, Finanzierung und Vorverkauf.

Im aktuellen FranchiseCHECK-Profil werden ab 15.000 Euro Eigenkapital, eine Einstiegsgebühr von 17.900 Euro und eine Lizenzgebühr von 10 Prozent genannt.

Das Beispiel eignet sich besonders gut, um zu zeigen, dass neben dem vorhandenen Kapital auch die persönliche Eignung wichtig ist. Wer ein Fitnessstudio führt, beschäftigt sich schließlich nicht nur mit Sport, sondern auch mit Vertrieb, Personalführung, Mitgliedergewinnung und betriebswirtschaftlichen Zahlen.

Mrs.Sporty Franchise auf FranchiseCHECK ansehen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Franchise?

Unsere Beispiele zeigen: Eine pauschale Summe gibt es nicht.

Während HEINZELMÄNNCHEN oder Triumph Liftpartner laut aktuellen Systemangaben mit einem Eigenkapitalbedarf im unteren fünfstelligen Bereich starten, werden bei McDonald’s mindestens 350.000 Euro angegeben.

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten.

Wer nur begrenzte eigene Mittel zur Verfügung hat, kann gezielt nach entsprechenden Systemen suchen:

Franchise mit wenig Eigenkapital entdecken

Außerdem gibt es Systeme, die mit sehr wenig oder teilweise ohne eigenes Kapital beworben werden:

Franchise ohne Eigenkapital ansehen

Dabei sollte man allerdings zwei Dinge nicht miteinander verwechseln:

Wenig Eigenkapital bedeutet nicht automatisch geringe Gesamtinvestition.

Ein Teil des Kapitalbedarfs kann beispielsweise über Kredite finanziert werden. Auch bei einem System mit geringer Einstiegsgebühr können zusätzliche Investitionen, Fahrzeuge, Einrichtung, Personal oder Betriebsmittel notwendig sein.

Kann ich ein Franchise ohne Eigenkapital gründen?

Grundsätzlich kann eine Gründungsfinanzierung auch ohne oder mit sehr wenig Eigenkapital möglich sein.

Ein aktuelles Beispiel ist der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW. Laut KfW können darüber derzeit bis zu 200.000 Euro für Investitionen und laufende Kosten finanziert werden. Die KfW gibt außerdem an, dass für dieses Förderprogramm kein Eigenkapital vorausgesetzt wird und sie 80 Prozent des Kreditrisikos übernimmt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Franchise automatisch ohne Eigenkapital gegründet werden kann.

Der Franchisegeber kann eigene Anforderungen stellen. Ein System kann beispielsweise 20.000, 50.000 oder mehrere Hunderttausend Euro eigenes Kapital voraussetzen – unabhängig davon, welche Finanzierungsmöglichkeiten eine Bank oder Förderbank anbietet.

Franchise finanzieren: Der Businessplan ist entscheidend

Auch wenn du ein bestehendes Geschäftsmodell übernimmst, brauchst du für deine eigene Gründung eine solide Finanzplanung.

Ein Businessplan sollte unter anderem beantworten:

  1. Welches Franchisesystem möchtest du übernehmen?
  2. Wie funktioniert das Geschäftsmodell?
  3. Welche Zielgruppe möchtest du erreichen?
  4. Wie sieht dein Standort oder Vertriebsgebiet aus?
  5. Welche Wettbewerber gibt es?
  6. Welche Investitionen sind notwendig?
  7. Wie hoch ist dein Eigenkapital?
  8. Welchen Fremdkapitalbedarf hast du?
  9. Welche Umsätze sind realistisch?
  10. Welche laufenden Kosten entstehen?
  11. Wann wird der Break-even erreicht?
  12. Welche Liquiditätsreserve brauchst du?

Gerade Finanzplan, Liquiditätsplan und Rentabilitätsvorschau sind für Gespräche mit Banken besonders wichtig. Auch die KfW nennt einen Businessplan sowie Liquiditäts- und Finanzplanung als wesentliche Grundlagen einer Gründungsfinanzierung.

Ein Vorteil beim Franchise kann sein, dass der Franchisegeber bereits Erfahrungswerte aus anderen Betrieben besitzt.

Trotzdem solltest du Prognosen niemals ungeprüft übernehmen.

Entscheidend ist dein konkreter Standort und dein konkretes Unternehmen.

Was macht ein gutes Franchisesystem aus?

Nicht jede interessante Geschäftsidee ist automatisch ein gutes Franchisesystem.

Wir würden bei FranchiseCHECK unter anderem auf folgende Punkte achten:

  • Das Geschäftsmodell ist verständlich und nachvollziehbar.
  • Es existieren bereits Erfahrungen aus laufenden Betrieben.
  • Kosten und Gebühren werden transparent kommuniziert.
  • Die Leistungen des Franchisegebers sind klar definiert.
  • Es gibt ein nachvollziehbares Schulungs- und Einarbeitungskonzept.
  • Wirtschaftliche Zahlen können plausibel erläutert werden.
  • Der Franchisegeber beantwortet kritische Fragen offen.
  • Standort und Marktpotenzial werden realistisch bewertet.
  • Der Franchisevertrag regelt Rechte und Pflichten verständlich.
  • Bestehende Franchisepartner können nach ihren Erfahrungen gefragt werden.
  • Die Vertragslaufzeit passt zur geplanten Investition.
  • Regeln für Kündigung, Verkauf und Vertragsende sind bekannt.
  • Die Marke und das Geschäftsmodell besitzen eine erkennbare Positionierung.
  • Das Konzept passt zu deinen persönlichen Fähigkeiten und Zielen.

Ein besonders wertvoller Schritt vor der Entscheidung ist häufig das Gespräch mit bestehenden Franchisenehmern.

Frage sie nicht nur:

„Bist du zufrieden?“

Frage konkreter:

  • Wie verliefen deine ersten zwölf Monate?
  • Welche Kosten hattest du, mit denen du vorher nicht gerechnet hast?
  • Wie gut funktioniert die Unterstützung der Zentrale?
  • Würdest du das System noch einmal wählen?
  • Wie realistisch waren die Umsatzprognosen?
  • Wie hoch ist dein persönlicher Arbeitsaufwand?
  • Welche Eigenschaften sollte ein neuer Partner mitbringen?
  • Was ist schwieriger, als du vor deiner Gründung gedacht hast?

Solche Gespräche können dir einen wesentlich realistischeren Eindruck vom späteren Alltag geben.

Franchisevertrag prüfen: Nicht vorschnell unterschreiben

Der Franchisevertrag bildet die Grundlage für die spätere Zusammenarbeit.

Darin können unter anderem geregelt werden:

  • Nutzungsrechte an Marke und Konzept,
  • Vertragsgebiet,
  • Gebietsschutz,
  • Vertragsdauer,
  • Verlängerungsoptionen,
  • Einstiegsgebühren,
  • laufende Franchisegebühren,
  • Marketinggebühren,
  • Bezugsverpflichtungen,
  • Qualitätsstandards,
  • Berichtspflichten,
  • Schulungen,
  • Wettbewerbsverbote,
  • Kündigungsmöglichkeiten,
  • Verkauf oder Übertragung des Betriebs,
  • Regelungen für das Vertragsende.

Vor einer langfristigen Verpflichtung sollte der Vertrag fachkundig geprüft werden – insbesondere dann, wenn hohe Investitionen damit verbunden sind.

Vorteile und Nachteile einer Franchise-Gründung

Franchise bietet Chancen – aber keine Erfolgsgarantie.

Vorteile Mögliche Nachteile
Erprobtes Geschäftsmodell Weniger unternehmerische Gestaltungsfreiheit
Bekannte oder aufgebaute Marke Einstiegs- und laufende Gebühren
Unterstützung bei der Gründung Vorgaben und Systemstandards
Schulungen und Know-how Teilweise Bezugsverpflichtungen
Erfahrung anderer Partner Abhängigkeit von Entscheidungen der Zentrale
Gemeinsames Marketing Fehler anderer Partner können der Marke schaden
Häufig erprobte Prozesse Vertragliche Bindung über mehrere Jahre
Teilweise Einkaufsvorteile Wirtschaftlicher Erfolg bleibt eigenes Risiko

Ob die Vorteile überwiegen, hängt stark vom jeweiligen System und von deinen persönlichen Erwartungen ab.

Für wen eignet sich Franchise?

Eine Franchise-Gründung kann besonders interessant sein, wenn du:

  • selbstständig arbeiten möchtest,
  • ein eigenes Unternehmen führen möchtest,
  • nicht zwingend eine komplett neue Geschäftsidee entwickeln willst,
  • bereit bist, erprobte Prozesse einzuhalten,
  • von Erfahrungen anderer Unternehmer profitieren möchtest,
  • gerne mit einer Systemzentrale zusammenarbeitest,
  • Verantwortung für Mitarbeiter und Finanzen übernehmen kannst,
  • offen für Schulungen und Weiterentwicklung bist.

Weniger passend kann Franchise sein, wenn du maximale kreative und strategische Freiheit möchtest und grundsätzlich Schwierigkeiten damit hast, verbindliche Systemvorgaben einzuhalten.

Denn Franchise bedeutet nicht:

„Ich kaufe mir einen fertigen Job.“

Es bedeutet:

„Ich werde Unternehmer innerhalb eines bestehenden Systems.“

Dieser Unterschied ist wichtig.

Unser Tipp: Nicht nach der bekanntesten Marke entscheiden

Eine der wichtigsten Erkenntnisse bei der Suche nach einem Franchise lautet:

Das beste Franchisesystem ist nicht automatisch die bekannteste Marke oder das System mit den meisten Standorten.

Entscheidend ist das System, das zu dir passt.

Ein Gründer, der gerne Mitarbeiter führt und Gastronomie liebt, kann mit einem Restaurantkonzept glücklich werden.

Ein anderer möchte möglichst wenig Personal beschäftigen und interessiert sich vielleicht eher für ein automatisiertes Geschäftsmodell wie einen SB-Waschsalon.

Ein handwerklich oder technisch orientierter Unternehmer findet sich möglicherweise eher bei einem Kfz- oder Liftkonzept wieder.

Und wer gerne mit Menschen arbeitet und einen gesellschaftlichen Nutzen sucht, könnte Angebote aus Betreuung, Bildung oder Gesundheit interessanter finden.

Deshalb lohnt es sich, zunächst mehrere Systeme und Branchen miteinander zu vergleichen.

In 8 Schritten zum eigenen Franchise-Unternehmen

Der typische Weg lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

Schritt Aufgabe
1 Eigene Interessen, Fähigkeiten und Ziele definieren
2 Verfügbares Eigenkapital und finanziellen Rahmen festlegen
3 Passende Franchise Ideen und Systeme suchen
4 Informationsmaterial und Konditionen vergleichen
5 Gespräche mit Franchisegeber und bestehenden Partnern führen
6 Businessplan, Finanzierung und Standort prüfen
7 Franchisevertrag fachkundig prüfen lassen
8 Finanzierung abschließen, Unternehmen gründen und starten

Das Wichtigste dabei: Nimm dir Zeit für den Vergleich.

Eine Franchisevereinbarung ist keine kurzfristige Kaufentscheidung, sondern häufig die Grundlage für mehrere Jahre deiner beruflichen und finanziellen Zukunft.

Häufige Fragen zum Franchise gründen

Wie kann ich ein Franchise gründen?

Zunächst suchst du nach einem Franchisesystem, das zu deinen Interessen, Fähigkeiten und finanziellen Möglichkeiten passt. Danach folgen Gespräche mit dem Franchisegeber, die Prüfung des Geschäftsmodells, Businessplan und Finanzierung sowie die Prüfung des Franchisevertrags. Nach Vertragsabschluss können je nach System Standortsuche, Schulung, Einrichtung und Eröffnung folgen.

Was kostet es, ein Franchise zu gründen?

Die Kosten unterscheiden sich erheblich. Es gibt Geschäftsmodelle mit einem Kapitalbedarf im niedrigen fünfstelligen Bereich, während große und investitionsintensive Systeme mehrere Hunderttausend Euro Eigenkapital voraussetzen können. Hinzu kommen je nach System Einstiegsgebühr, Investitionen, laufende Franchisegebühren und eine Liquiditätsreserve.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Franchise?

Das entscheidet das jeweilige System. Auf FranchiseCHECK finden sich beispielsweise Angebote mit einem Eigenkapitalbedarf von wenigen Tausend beziehungsweise Zehntausend Euro, während andere Systeme sechsstellige Eigenkapitalbeträge verlangen. Deshalb lohnt sich die gezielte Suche nach dem verfügbaren Kapital.

Kann man ein Franchise ohne Eigenkapital gründen?

Es gibt Franchise- und Lizenzkonzepte, die mit keinem oder sehr geringem Eigenkapital beworben werden. Außerdem können bestimmte Förderkredite eine Finanzierung ohne eigenes Kapital ermöglichen. Trotzdem können Franchisegeber einen bestimmten Eigenkapitalanteil voraussetzen. „Finanzierung ohne Eigenkapital“ und „Franchisesystem ohne Eigenkapitalanforderung“ sind daher nicht dasselbe.

Brauche ich für Franchise einen Businessplan?

Ja, ein Businessplan ist sehr sinnvoll und für eine Finanzierung häufig unverzichtbar. Auch bei einem erprobten Franchisesystem musst du zeigen, wie dein konkreter Betrieb wirtschaftlich funktionieren soll. Dazu gehören unter anderem Investitions-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung.

Muss ich Erfahrung in der jeweiligen Branche haben?

Nicht immer. Einige Franchisesysteme suchen ausdrücklich Quereinsteiger und vermitteln notwendiges Wissen über Schulungen. Andere Systeme setzen Fachkenntnisse, Qualifikationen oder bereits bestehende Betriebe voraus. Deshalb sollten die Anforderungen jedes Systems einzeln geprüft werden.

Ist Franchise wirklich selbstständig?

Ja. Ein Franchisenehmer ist grundsätzlich selbstständiger Unternehmer und wirtschaftet auf eigene Rechnung. Gleichzeitig verpflichtet er sich vertraglich, bestimmte Vorgaben und Standards des Franchisesystems einzuhalten.

Welche Franchise Branchen gibt es?

Franchise gibt es mittlerweile in sehr vielen Bereichen, beispielsweise Gastronomie, Fitness, Handel, Seniorenbetreuung, Reinigung, Handwerk, Kfz-Service, Immobilien, Beratung, Bildung, Beauty, Lieferdienste und weiteren Dienstleistungen.

Welches Franchise ist das beste?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das beste Franchise ist das System, dessen Geschäftsmodell, Kapitalbedarf, Anforderungen, Arbeitsalltag und Zukunftsperspektiven zu dir passen. Deshalb solltest du mehrere Angebote miteinander vergleichen.

Wie finde ich ein gutes Franchisesystem?

Prüfe unter anderem Erfahrung des Franchisegebers, Anzahl und Entwicklung der Partnerbetriebe, Gebühren, Unterstützungsleistungen, Vertragsbedingungen, Standortkonzept und Wirtschaftlichkeit. Besonders hilfreich sind Gespräche mit bereits bestehenden Franchisenehmern.

Kann ich nebenberuflich ein Franchise gründen?

Bei einigen Geschäftsmodellen ist ein nebenberuflicher Einstieg möglich. Andere Systeme verlangen die vollständige persönliche Mitarbeit des Franchisenehmers. Ob Teilzeit oder Nebenerwerb möglich sind, hängt deshalb vom jeweiligen Konzept ab.

Welche Franchisegebühren gibt es?

Typisch sind eine einmalige Einstiegsgebühr und eine laufende Franchise- oder Lizenzgebühr. Zusätzlich können beispielsweise Marketinggebühren, Softwarekosten oder andere Systemgebühren entstehen. Die konkrete Struktur unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Kann ein Franchise scheitern?

Ja. Auch ein erprobtes Geschäftsmodell schützt nicht vollständig vor unternehmerischen Risiken. Standort, Finanzierung, Kosten, Nachfrage, Personal, Konkurrenz und die persönliche Leistung des Unternehmers beeinflussen den Erfolg. Deshalb sollten auch bekannte Franchisesysteme gründlich geprüft werden.

Fazit: Mit Franchise erfolgreich selbstständig machen

Ein Franchise zu gründen kann den Weg in die Selbstständigkeit erheblich strukturieren. Statt bei null anzufangen, greifst du auf ein bestehendes Geschäftsmodell, Erfahrungen, Prozesse und häufig auch eine etablierte Marke zurück.

Trotzdem bleibt eine Franchise-Gründung eine echte Unternehmensgründung.

Du solltest deshalb nicht nur fragen:

„Welches Franchise verspricht den größten Erfolg?“

Die bessere Frage lautet:

„Welches Franchisesystem passt zu meinen Fähigkeiten, meinen finanziellen Möglichkeiten und meinen persönlichen Zielen?“

Die Unterschiede sind enorm. Vom automatisierten SB-Waschsalon über Fitness und Seniorenbetreuung bis hin zu Kfz-Service, Treppenliften oder internationaler Systemgastronomie gibt es völlig verschiedene Wege, sich mit einem bestehenden Konzept selbstständig zu machen.

Wer Angebote sorgfältig vergleicht, Zahlen realistisch prüft, ausreichend Finanzierung einplant und sich intensiv mit dem Franchisegeber beschäftigt, schafft eine deutlich bessere Grundlage für seine Entscheidung.

Du möchtest ein Franchise gründen?

Dann starte mit dem Vergleich verschiedener Geschäftsmodelle und finde heraus, welche Systeme zu deinem Kapital, deinen Interessen und deinen persönlichen Zielen passen.

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